Kurz gesagt: Fast keine der geprüften KMU-Websites sperrt KI-Bots per robots.txt (1 von 95). Trotzdem weisen 22 von 102 den Abruf ab, wenn sich der Besucher als GPTBot ausgibt, bei 21 davon erlaubt die robots.txt ihn sogar. Und nur 30 von 102 geben Telefon und Adresse maschinenlesbar im Schema an.

Was wir gemessen haben

Am 31. Oktober 2026 haben wir 105 öffentliche Websites von Schweizer KMU geprüft: 8 Branchen (Sanitär/Heizung, Treuhand, Malerei, Zahnarzt, Elektro, Schreinerei, Garage, Coiffeur), 15 Kantone, 51 Websites auf Deutsch, 33 auf Französisch und 21 auf Italienisch. Abgerufen wurden nur die Startseite und die Dateien robots.txt, llms.txt und sitemap.xml, mit einer Sekunde Abstand. Keine Formulare, keine Unterseiten. Firmennamen veröffentlichen wir nicht.

Wichtig: Das ist eine Gelegenheitsstichprobe aus Suchtreffern, keine Zufallsstichprobe. Betriebe, die in der Websuche auftauchen, dürften eher besser aufgestellt sein als der Durchschnitt. Die Zahlen beschreiben diese Websites und lassen sich nicht auf alle Schweizer KMU hochrechnen.

Die Ergebnisse auf einen Blick

MesspunktAnzahlBasis
Startseite abrufbar (alle über HTTPS)102105 Websites
Gültige robots.txt vorhanden95102 abrufbar
robots.txt sperrt GPTBot, ChatGPT-User und Google-Extended (dieselbe Website)195 mit robots.txt
robots.txt sperrt OAI-SearchBot, ClaudeBot, Claude-SearchBot oder PerplexityBot095 mit robots.txt
User-Agent GPTBot wird abgewiesen22102 abrufbar
User-Agent OAI-SearchBot wird abgewiesen0101 auswertbar
JSON-LD vorhanden77102 abrufbar
Organization oder LocalBusiness im Schema53102 abrufbar
Telefon und Adresse im Schema30102 abrufbar
sameAs-Verweise28102 abrufbar
FAQPage-Auszeichnung10102 abrufbar
Meta Description89102 abrufbar
llms.txt vorhanden39100 auswertbar
sitemap.xml vorhanden86100 auswertbar

Bei 3 der 105 Websites kam keine Antwort (2-mal Domain nicht auflösbar, 1-mal Zeitüberschreitung). Das zählen wir nicht als Sperre, sondern als nicht messbar.

Der Server sperrt häufiger als die robots.txt

Wir haben jede Startseite zusätzlich mit dem User-Agent von GPTBot und von OAI-SearchBot abgerufen. GPTBot wurde bei 22 von 102 Websites abgewiesen (17-mal Status 403, 3-mal 510 mit «Access denied», 2-mal 429). Die 429-Antworten können auch eine allgemeine Drosselung sein. OAI-SearchBot kam überall durch, wo die Messung ein Ergebnis lieferte.

Das spricht für serverseitige Regeln, die auf den Textbestandteil «GPTBot» reagieren, etwa Hosting-Standards, Sicherheits-Plugins oder eine Firewall. Ob die Betriebe das bewusst so eingerichtet haben, wissen wir nicht. Zur Einordnung: Laut OpenAI sammelt GPTBot Trainingsdaten, für die Suche in ChatGPT ist OAI-SearchBot zuständig. Eine GPTBot-Sperre bedeutet also nicht «unsichtbar in ChatGPT». Sie sollte aber eine bewusste Entscheidung sein.

Was eine KI über den Betrieb lesen könnte, aber nicht eindeutig lesen kann

35 Websites nutzen eine LocalBusiness-Art wie Plumber oder Dentist. Telefon und Adresse stehen aber nur bei 30 von 102 im Schema, während 76 einen anklickbaren Telefonlink im HTML haben. Die Information ist also meist vorhanden, nur nicht in einer Form, die sich eindeutig auslesen lässt.

llms.txt ist verbreiteter, als man denkt

39 von 100 auswertbaren Websites liefern eine echte llms.txt aus. Vermutlich erzeugen SEO-Plugins viele davon automatisch, belegt ist das im Dateikopf aber nur bei 2. Verbreitung ist nicht Wirkung: In der Ahrefs-Studie über 137'210 Domains erhielten 97 % der Dateien keinen einzigen Abruf. Mehr dazu in unserem Artikel zur llms.txt.

Was Betriebe daraus mitnehmen können

  1. robots.txt und Server getrennt prüfen. Die robots.txt sagt, was erlaubt ist. Ob der Server den Abruf zulässt, zeigt erst ein Test. Die Anleitung steht in «Blockiert Ihre Website KI-Bots?».
  2. Training und Suche getrennt entscheiden. GPTBot und OAI-SearchBot sind unterschiedliche Crawler mit unterschiedlichen Aufgaben.
  3. Kontaktdaten im Schema pflegen: Name, Adresse, Telefon und Betriebsart, passend zum sichtbaren Text.

Methode und Grenzen

  • Gelegenheitsstichprobe aus 24 Suchabfragen auf Deutsch, Französisch und Italienisch; Auswahl vor der Messung, nichts nachträglich aussortiert.
  • Eine Messung an einem Tag, ohne JavaScript-Ausführung, bei der robots.txt nur für den Pfad «/».
  • Der Bot-Test ahmt nur den User-Agent nach, von einer normalen IP-Adresse. Echte Bots kommen von veröffentlichten IP-Bereichen und können anders behandelt werden.
  • Die 22 GPTBot-Abweisungen liessen sich bei einer Wiederholung alle reproduzieren.
  • Websites auf gleichen Plattformen sind nicht unabhängig voneinander. Rohdaten mit Domains veröffentlichen wir nicht.

Häufige Fragen

Sperren Schweizer KMU KI-Bots per robots.txt?

In unserer Stichprobe kaum: Von 95 Websites mit gültiger robots.txt sperrt 1 gezielt KI-Bots auf dem Pfad «/». Auch das gilt nur für diese Stichprobe aus Suchtreffern, nicht für alle KMU.

Warum kann eine Website GPTBot abweisen, obwohl die robots.txt es erlaubt?

Die robots.txt ist nur eine Bitte an den Crawler. Abweisen kann auch der Server, zum Beispiel über Hosting-Standards, Sicherheits-Plugins oder eine Firewall. Bei 21 der 22 abweisenden Websites erlaubte die robots.txt den Bot.

Bin ich unsichtbar in ChatGPT, wenn GPTBot gesperrt ist?

Nicht zwingend. GPTBot sammelt laut OpenAI Trainingsdaten, für die Suche in ChatGPT ist OAI-SearchBot zuständig. In unserer Messung wies keine einzige Website den User-Agent OAI-SearchBot ab.

Wie aussagekräftig sind diese Zahlen?

Es ist eine Gelegenheitsstichprobe, gemessen an einem Tag, und der Bot-Test ahmt nur den User-Agent nach. Die Zahlen beschreiben diese 105 Websites und lassen sich nicht auf alle Schweizer KMU hochrechnen.