Es gibt heute drei brauchbare Wege, um zu messen, ob ChatGPT, Perplexity, Copilot oder Google Ihre Website in KI-Antworten verwenden — und keiner davon ist vollständig. Erstens der Report «AI Performance» in Bing Webmaster Tools, der Zitate in Microsoft-Produkten zählt. Zweitens die KI-Referrer in Ihrer eigenen Webstatistik, die Klicks aus KI-Antworten sichtbar machen. Drittens eine feste monatliche Frage-Stichprobe, bei der Sie den Systemen selbst dieselben Kundenfragen stellen und protokollieren, wer genannt wird. Wer alle drei kombiniert, bekommt ein brauchbares Bild; wer nur eine Zahl will, wird enttäuscht. Dieser Beitrag erklärt, was jeder Messweg zeigt, was er verschweigt und wie Sie ihn einrichten.
Die drei Messwege im Vergleich
| Messweg | Was er zeigt | Was er nicht zeigt | Kosten |
|---|---|---|---|
| Bing Webmaster Tools, Report «AI Performance» | Wie oft Ihre Seiten in Copilot und in den KI-Zusammenfassungen von Bing als Quelle angezeigt wurden, welche Seiten, mit welchen Suchphrasen | ChatGPT, Perplexity, Claude und Google; die Position innerhalb der Antwort | Kostenlos; Verifizierung der Website nötig |
| KI-Referrer in der Webstatistik | Besuche, die per Klick aus einer KI-Antwort kamen, nach Herkunft und Zielseite | Nennungen ohne Klick; Antworten, in denen Ihre Firma zwar vorkommt, aber niemand weiterklickt | Kostenlos, wenn Sie bereits eine Webstatistik haben |
| Monatliche Frage-Stichprobe | Ob Ihre Firma bei typischen Kundenfragen genannt wird, welche Quellen zitiert werden und welche Mitbewerber auftauchen | Was die Systeme bei anderen Formulierungen oder an anderen Tagen antworten; keine absoluten Zahlen | Zeit: etwa eine Stunde pro Monat bei 10 bis 20 Fragen |
Messweg 1: Der Report «AI Performance» in Bing Webmaster Tools
Microsoft hat den Report am 10. Februar 2026 als Public Preview angekündigt. Er ist nach unserem Wissen der einzige offizielle Zitat-Report eines grossen Suchanbieters. Laut Microsoft zeigt er fünf Dinge:
- Total Citations: wie oft Ihre Inhalte im gewählten Zeitraum als Quelle in KI-generierten Antworten angezeigt wurden. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Zahl nichts über die Platzierung innerhalb der Antwort aussagt.
- Average Cited Pages: die durchschnittliche Zahl unterschiedlicher Seiten Ihrer Website, die pro Tag zitiert werden.
- Grounding queries: Suchphrasen, mit denen die KI Ihre Inhalte abgerufen hat. Microsoft bezeichnet diese Daten als Stichprobe.
- Zitate pro Seite: welche einzelnen Adressen wie oft als Quelle dienten.
- Verlauf: eine Zeitachse der Zitate über die unterstützten KI-Oberflächen.
Abgedeckt sind laut Microsoft Microsoft Copilot, die KI-Zusammenfassungen in Bing und «ausgewählte Partner-Integrationen». ChatGPT wird in der Ankündigung nicht namentlich genannt, auch wenn ChatGPT für seine Websuche auf Bing zurückgreift — wir behaupten deshalb nicht, dass der Report ChatGPT-Zitate enthält. Microsoft empfiehlt im selben Beitrag, Inhalte per IndexNow zu melden und lokale Betriebe bei Bing Places einzutragen, damit die Angaben in KI-Antworten aktuell bleiben.
Einrichtung: Konto bei Bing Webmaster Tools anlegen, die Website verifizieren (per DNS-Eintrag, Meta-Tag oder Import aus der Google Search Console), die Sitemap einreichen. Der Report erscheint danach in der Navigation; Daten sammeln sich ab der Verifizierung. Wer die Google Search Console schon nutzt, ist in zehn Minuten durch.
Messweg 2: KI-Referrer in der eigenen Webstatistik
Wenn jemand in einer KI-Antwort auf den Link zu Ihrer Website klickt, übermittelt der Browser in der Regel die Herkunft. Diese Besuche tauchen in Ihrer Webstatistik mit Verweisquellen wie chatgpt.com, perplexity.ai, claude.ai, gemini.google.com oder copilot.microsoft.com auf. In Plausible, Matomo oder Google Analytics 4 legen Sie dafür ein Segment oder einen Filter an, der genau diese Quellen zusammenfasst, und schauen es monatlich an.
Die ehrliche Einordnung: Dieser Messweg erfasst nur Klicks. Empfiehlt ChatGPT Ihre Sanitärfirma und die Person ruft direkt an, sehen Sie nichts. Nennt Perplexity Ihren Namen ohne Link, sehen Sie nichts. Und bei einem Schweizer KMU bewegen sich diese Zahlen in der Regel im einstelligen oder tiefen zweistelligen Bereich pro Monat — eine Verdoppelung von zwei auf vier Besuche ist noch kein Trend. Trotzdem lohnt sich das Segment: Es kostet nichts, und wenn es über ein Jahr stetig wächst, ist das ein verlässlicheres Signal als jede einzelne Abfrage.
Messweg 3: Die monatliche Frage-Stichprobe
Das ist der einzige Weg, der Nennungen ohne Klick erfasst — und der einzige, der ChatGPT, Perplexity, Claude und Google gleichzeitig abdeckt. Das Verfahren ist einfach, verlangt aber Disziplin:
- 10 bis 20 feste Fragen formulieren, so wie Ihre Kundschaft sie stellen würde, nicht in Fachsprache. Beispiele: «Welcher Treuhänder in Winterthur ist auf Einzelfirmen spezialisiert?», «Wer repariert in Luzern kurzfristig eine Heizung?», «Welche Physiotherapie in Bern behandelt Rückenschmerzen ohne lange Wartezeit?», «Was kostet eine Steuererklärung für Selbständige in Zürich?»
- Dieselben Fragen jeden Monat in denselben Systemen stellen: ChatGPT (mit aktivierter Websuche), Perplexity, Google AI Mode oder die KI-Übersicht in der Google-Suche sowie Claude. Am besten am gleichen Tag im Monat, ohne eingeloggtes Konto oder in einem neuen Chat, damit frühere Gespräche die Antwort nicht färben.
- Protokollieren: pro Frage und System drei Spalten — Firma genannt (ja/nein), zitierte Quellen (welche Websites), genannte Mitbewerber. Eine Tabelle in einer Tabellenkalkulation genügt.
- Erst nach drei Monaten interpretieren. KI-Antworten schwanken: Dieselbe Frage kann heute Ihre Firma nennen und morgen nicht. Aussagekräftig ist das Muster, nicht die Einzelantwort.
Die Spalte «zitierte Quellen» ist dabei die wertvollste. Sie zeigt, woher die Systeme ihre Empfehlungen beziehen — oft sind das Verzeichnisse, Bewertungsportale, Branchenlisten oder Medienbeiträge, nicht die Websites der Firmen selbst. Warum das so ist und was Sie daraus ableiten können, erklärt der Beitrag Warum empfiehlt ChatGPT meine Konkurrenz?
Vorstufe: Kommen die Such-Crawler überhaupt?
Bevor Sie Zitate messen, lohnt sich ein Blick auf eine einfachere Frage: Dürfen und können die Such-Crawler der KI-Anbieter Ihre Website überhaupt abrufen? In den Serverlogs Ihres Hostings oder in der Übersicht Ihres Content-Delivery-Netzwerks (etwa Cloudflare) sehen Sie, ob Namen wie OAI-SearchBot, PerplexityBot oder Claude-SearchBot vorkommen. Fehlen sie ganz, ist das meistens ein Hinweis auf eine Sperre in der robots.txt oder einer Firewall-Einstellung — und dann kann die beste Messung nur Nullen liefern. Wie Sie das prüfen, zeigt Blockiert Ihre Website KI-Bots?
Was Google anbietet — und was nicht
Google schreibt in seiner Dokumentation zu den KI-Funktionen der Suche, dass für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen technischen Anforderungen gelten: Eine Seite muss indexiert und mit Snippet in der Google-Suche zulässig sein, mehr nicht. Einen eigenen Report, der Zitate in AI Overviews getrennt ausweist, nennt diese Dokumentation nicht. Die Google Search Console zeigt Impressionen und Klicks für die Suche insgesamt; ob ein Klick aus einer KI-Übersicht kam, ist dort nicht ablesbar. Für Google bleibt deshalb nur die Frage-Stichprobe.
Was die Messung meistens zeigt
Wer die Stichprobe ein paar Monate führt, stellt in der Regel fest: Die Systeme zitieren nicht in erster Linie die eigene Website, sondern das, was Dritte über eine Firma schreiben. Das deckt sich mit der bisher grössten Untersuchung dazu: Ahrefs hat 75'000 Marken ausgewertet und gefunden, dass Erwähnungen der Marke im Web mit Nennungen in KI-Antworten korrelieren — mit Koeffizienten zwischen 0,66 und 0,71, je nach System. Die Zahl der eigenen Seiten und klassische Backlinks wirkten in derselben Auswertung deutlich schwächer. Ahrefs betont, dass Korrelation keine Ursache beweist. Für die Praxis heisst das trotzdem: Ihre Messung zeigt vor allem, wie präsent Ihre Firma ausserhalb der eigenen Website ist — in Verzeichnissen, Bewertungen, Medien, Verbandslisten. Die eigene Website ist die Grundlage, aber der Hebel liegt bei den Erwähnungen durch andere. Wie die Systeme Firmen grundsätzlich auswählen, beschreibt Wie erscheint meine Firma in ChatGPT?
Was RankFabrik dabei macht — und was nicht
Im Pro-Abo (CHF 299 pro Monat) übernehmen wir genau Messweg 3: eine feste Stichprobe branchenüblicher Fragen, monatlich in den KI-Suchsystemen abgefragt, mit Verlauf über die Monate. Zum Stand der Umsetzung sagen wir offen, was auch auf der Preisseite steht: Die Messung wird derzeit automatisiert; bis die Automatik läuft, erstellt Maksym Liakhov die Auswertung für Pro-Kunden von Hand, in gleichem Umfang und Rhythmus. Das Starter-Abo enthält keine Messung. Und wer selbst messen will, braucht uns dafür nicht: Bing Webmaster Tools ist kostenlos, das Referrer-Segment ist in jeder Webstatistik in fünf Minuten angelegt, und die Stichprobe verlangt nur eine Stunde pro Monat und ein Protokoll. Ob Ihre Firma dadurch häufiger genannt wird, kann weder die Messung noch irgendein Anbieter zusichern — die Messung sagt Ihnen nur ehrlich, wo Sie stehen.
Quellen
- Microsoft Bing Blog: Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview, 10. Februar 2026 — Metriken, abgedeckte Oberflächen, Empfehlungen zu IndexNow und Bing Places.
- Google Search Central: AI features and your website — keine zusätzlichen Anforderungen für AI Overviews und AI Mode.
- Ahrefs, Louise Linehan: AI brand visibility correlations, 12. Dezember 2025 — 75'000 Marken, Korrelation Web-Erwähnungen 0,66 bis 0,71.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde vom RankFabrik-Agenten (KI) erstellt und vor der Publikation automatisch geprüft. Inhaltlich verantwortlich ist Maksym Liakhov. Alle Zahlen stammen aus den verlinkten Quellen; eigene Erfolgszahlen haben wir keine, weil der Dienst neu gestartet ist.